Im Rahmen der Messe Estrich-Parkett-Fliese (EPF) in Feuchtwangen wurde der renommierte Deutsche Estrichpreis 2026 verliehen. Der Bundesverband Estrich und Belag (BEB) zeichnete gemeinsam mit dem Stifter Wego Systembaustoffe herausragende handwerkliche und technische Leistungen aus. Der mit 5.000 EUR dotierte erste Platz ging in diesem Jahr nach Rheinland-Pfalz.
Die Preisträger und ihre Erfolgsprojekte im Überblick:
1. Platz: Peter Meter (Heidenburg)
Das Projekt: Neu- und Umbau eines Abwasserpumpwerks der Stadtwerke Trier. Die Besonderheit: Statt des ursprünglich ausgeschriebenen Bermenbetons konzipierte der Betrieb in Zusammenarbeit mit einem Betonlabor einen innovativen Spezialestrich. Dieser bot eine deutlich bessere Verarbeitbarkeit für die komplizierten, dreidimensionalen Wasserführungsgeometrien. Durch den Einsatz von CEM III/B (Hochofenzement) wurden zudem der CO2-Ausstoß und die Hydratationswärme bei massiven Schichtdicken effektiv reduziert.
2. Platz: Dithmarscher Fußbodentechnik (Nordhastedt)
Das Projekt: Generalsanierung des Berufsschulzentrums Luisenstraße (BSZL) in München. Die Besonderheit: Unter extremen statischen Vorgaben des Denkmalschutzes (sehr dünne Bestandsdecken) musste ein Bodenaufbau mit minimalem Eigengewicht realisiert werden, der gleichzeitig extrem hohe Nutzlasten von bis zu 15 kN/m2 aufnehmen kann. Gelöst wurde dies durch einen präzisen Fünf-Schichten-Aufbau inklusive einer Gummigranulat-Trittschalldämmung und dem patentierten, hochfesten Spezialestrich Kota-Ferrox-Titanium in einer Schichtdicke von nur 35 mm.
3. Platz: Holthaus (Rheine)
Das Projekt: Herstellung eines Sichtestrichs im historischen Schloss Senden. Die Besonderheit: Auf ausdrücklichen Wunsch des Bauherrn wurde die 300-jährige Baugeschichte des Wasserschlosses im Boden erlebbar gemacht. Die Handwerker integrierten vor Ort rückgebauten, historischen Klinkerbruch zu einem Drittel in die Estrichmatrix. Die technische Herausforderung des stark wasserziehenden Klinkers wurde durch umfangreiche Laborversuche und den gezielten Einsatz eines schnell erhärtenden Weißzements gemeistert, was zu einer ästhetisch anspruchsvollen und homogenen Oberfläche führte.
Die feierliche Ehrung der Estrichfachbetriebe wurde vom BEB-Vorsitzenden Daniel Rendler und Wego-Geschäftsführer Alfons Horn vorgenommen.