23.06.2026
XPFoam: Der Senkrechtstarter bei Verlegeunterlagen
Firmeninfos
Wenn man über die Dynamik von Start-ups spricht, fallen oft Namen aus Großstädten oder dem nordamerikanischen Silicon Valley. Doch im beschaulichen Leutkirch im Allgäu hat das im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen XPFoam in wenigen Monaten eine bemerkenswerte Wachstumsstory hingelegt. XPFoam-Geschäftsführer Marco Seitner gibt spannende Einblicke in die Erfolgsgeschichte des jungen Verlegeunterlagenherstellers aus Baden-Württemberg, der als Partner der Bodenbelagsindustrie mit Lösungen für die Direktkaschierung und Faltplatten eine rasante Entwicklung nimmt.
Gegründet im April 2025, hat sich der Verlegeunterlagenhersteller XPFoam unter der Leitung der beiden Geschäftsführer Marco Seitner und Michael Mayer in Rekordzeit vom Newcomer zum ernstzunehmenden Partner der Bodenindustrie entwickelt. „Wir sehen uns als bodenständigen, fleißigen Partner der Industrie und nicht einfach nur als Lieferant, der sein Standard-Portfolio anbietet“, betont Seitner den Anspruch seines Hauses gegenüber FussbodenTechnik. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: XPFoam besetzt eine entscheidende Schnittstelle in der Bodenbelagsfertigung und im Zubehörsektor. Der Fokus liegt dabei auf der Produktion von extrudiertem Polystyrolschaum (XPS), einem Werkstoff, den Seitner gegenüber Alternativen wie Polyethylen-Schäumen (XPE oder vernetztes IXPE) klar im Vorteil sieht. Durch eine sehr effiziente Kombination aus niedriger Dichte und hoher Druckfestigkeit biete XPS ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, das ökonomisch wie ökologisch überzeuge.
XPFoam setzt dabei auf das sogenannte OEM-Geschäft. Die Abkürzung steht für „Original Equipment Manufacturer“ – sinngemäß übersetzt: Erstausrüster. Das bedeutet, XPFoam stellt im B2B-Geschäft Verlegeunterlagen her, die von Bodenbelagsherstellern oder großen Handelspartnern in deren Produkte integriert und/oder unter deren Namen vertrieben werden.
Effizienz als Werkstoff-Vorteil:
Warum XPS die Nase vorn hat
In der Welt der Verlegeunterlagen ist deren Gewicht ein entscheidender Kosten- und Ressourcenfaktor. Hier spielt der von XPFoam produzierte XPS-Schaum seine Stärken voll aus. Während PE-Schäume für eine vergleichbare Stabilität deutlich mehr Materialeinsatz und damit ein höheres Flächengewicht benötigen, erreicht XPS die geforderten Druckfestigkeiten bei wesentlich geringerem Materialeinsatz. Dies führt zu einer überlegenen Kosteneffizienz, ohne Kompromisse bei den elastischen Eigenschaften für den Trittschall- oder Gehschallschutz einzugehen.
Ein weiterer entscheidender Punkt in der modernen Produktion ist die Kreislauffähigkeit. Während vernetzte PE-Schäume (IXPE) nach ihrem Lebenszyklus oft ein Entsorgungsproblem darstellen, ist der extrudierte Polystyrolschaum von XPFoam vollständig recycelbar. Damit bietet das am Standort Leutkirch im 24-Stunden-Dreischichtbetrieb tätige Unternehmen eine Antwort auf die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen in der Bau- und Einrichtungsbranche, die sowohl die technische Performance als auch den ökologischen Fußabdruck im Blick haben.
Geschäftsführer Michael Mayer sieht die „hohe Automatisierung als Grundlage für Kosteneffizienz bei gleichzeitig hoher konstanter Qualität“ als zentrale Ausrichtung von XPFoam. Und Marco Seitner ergänzt: „Wir konzentrieren uns ganz bewusst auf den Werkstoff XPS und produzieren große Losgrößen.“
Finest-Foam:
Die neue Premium-Klasse
Obwohl XPS technisch überzeugt, galt vernetzter PE-Schaum lange Zeit aufgrund seiner glatteren Oberfläche als haptisch überlegen. Hier setzt XPFoam mit der neuen Produktlinie „Finest-Foam“ an: Durch eine spezielle Oberflächenveredelung und eine noch feinzelligere Struktur ist es dem Allgäuer Entwicklungsteam gelungen, einen Schaum zu entwickeln, der optisch und haptisch kaum mehr vom teureren IXPE zu unterscheiden ist – und das bei den wirtschaftlichen Vorteilen des Polystyrols. Mayer bringt die Vorteile auf den Punkt: „Mit Finest Foam beweisen wir, dass man hohe optische Ansprüche mit der unschlagbaren Wirtschaftlichkeit von XPS-Schäumen vereinen kann.“
Zusätzlich bietet XPFoam seinen Kunden die Möglichkeit zur individuellen Oberflächenprägung. Mittels Prägezylindern können die Schäume direkt in der Produktion veredelt werden, was dem Endprodukt eine besonders hochwertige Anmutung verleiht. „Das bringt technisch keinen direkten Nutzen für die Schaum-Performance, aber es ist eine rein optische, haptische Aufwertung für den Kunden, der seinen Boden als High-End-Produkt positionieren möchte“, erklärt Seitner. Derzeit entfallen bereits rund 10 bis 15 % des Volumens auf diese geprägten Varianten – Tendenz steigend.
Direktkaschierung: Vom Nischenphänomen
zum möglichen neuen Branchenstandard
Ein zentrales Geschäftsfeld für XPFoam ist die Schaumfolie zur Direktkaschierung von Bodenbelägen. Während dieser Prozess bei SPC- und Vinylbelägen bereits weitgehend etabliert ist – getrieben durch den Einfluss asiatischer Produzenten –, sieht Seitner bei Laminatböden in Europa ein gewaltiges Wachstumspotenzial. In den USA wird bereits etwa die Hälfte aller Laminatböden mit integrierter Unterlage verkauft, in Europa ist dieser Anteil noch deutlich geringer. Doch der Trend zur „All-in-One“-Lösung für den Endverbraucher ist unübersehbar. Dieser braucht die Verlegeunterlage im Fall der Direktkaschierung nicht extra kaufen und verlegen.
Für die Hersteller von SPC- und Vinylböden bietet XPFoam hochdruckfeste Varianten an, die Belastungen von bis zu 500 Kilopascal (kPa) standhalten. Bei Laminat liegen die Werte im Bereich von 100 kPa. Die Flexibilität in der Fertigung ist dabei das Markenzeichen der Allgäuer: Von schmalen Breiten für Fischgrät-Parkett (600 mm) bis hin zu Langdielen-Maßen von 1,60 m und kundenindividuellen Farben deckt XPFoam das gesamte Spektrum ab. Dieser maßgeschneiderte Service ermöglicht es den Bodenherstellern, ihre Produktionsprozesse besonders effizient zu gestalten. Bei den Schaumtypen für die Direktkaschierung liegen die Materialstärken in der Regel zwischen 1 und 3 mm. Farblich passt XPFoam die Verlegeunterlagen an die Kundenwünsche an. „Was wir auch können und im Zubehörbereich anbieten, ist eine Laminierung mit einer Folie, die in der Regel als Dampfbremse eingesetzt wird“, skizzierte Seitner weitere technische Möglichkeiten.
Das neue Sortiment der Faltplatten:
Ein Meilenstein für den Handel
Pünktlich zum Jahreswechsel 2025/2026 hat XPFoam sein Portfolio um ein entscheidendes Element erweitert: die Produktion von Faltplatten. Damit schließt das Unternehmen aus Baden-Württemberg die Lücke zwischen der industriellen Direktkaschierung und dem klassischen Zubehörsegment. Die Faltplatten lassen sich einfach verlegen, sind leicht zu transportieren und bieten ideale Dämmeigenschaften. Erste namhafte Partner konnten bereits gewonnen werden und beschleunigen den Markteintritt in dieses neue Segment.
Die Entwicklung der Faltplatten-Linie zeigt erneut die Agilität des Unternehmens. Während etablierte Marktteilnehmer oft lange Innovationszyklen aufweisen, konnte XPFoam die entsprechenden Anlagen innerhalb weniger Monate nach dem offiziellen Produktionsstart der Schaumfolien in Betrieb nehmen. Für den Handel bedeutet das neue Sortiment eine attraktive Alternative durch einen besonders flexiblen Anbieter, der über moderne, neue Produktionsanlagen verfügt. Neben der effizienten Fertigungstechnik sieht Seitner auch die Flexibilität von XPFoam als großen Vorteil: „Unsere Stärke ist die Agilität: Während andere noch über Prozesse diskutieren, haben wir für unsere Kunden bereits die individuelle Lösung entwickelt.“
Von Null auf Hundert:
Die erste Domotex als Ritterschlag
Der offizielle „Ritterschlag“ für das junge Unternehmen erfolgte auf der Leitmesse Domotex im Januar 2026 in Hannover. Für XPFoam war es der erste Auftritt als eigenständiger Aussteller – und die Resonanz war überaus positiv. „Wir wollten Akzente setzen und zeigen, dass wir ein bisschen frischen Wind in die Branche bringen“, sagt Seitner rückblickend. Die Vorstellung der Premium-Schaumqualität „Finest-Foam“ und den Prägetechniken sorgte für einen permanenten Messestandbetrieb und zahlreiche neue Kooperationsanfragen – sowohl von Industriekunden als auch von internationalen Handelspartnern.
Dass XPFoam bereits im ersten Jahre seines Bestehens so professionell agiert, liegt auch an der tiefen Branchenkenntnis der handelnden Akteure. Marco Seitner, Michael Mayer und ihr Team sind keine Unbekannten im Markt: Sie wissen, worauf es beispielsweise bei der Trittschallprüfung, dem Stuhlrollentest oder der logistischen Abwicklung ankommt. Diese Expertise, gepaart mit der Flexibilität eines Newcomers, macht XPFoam zu einem Partner, der nicht nur liefert, sondern gemeinsam mit den Kunden Lösungen entwickelt – eben „Tailor Made“ aus dem Allgäu: „Wir führen gemeinsam mit unseren Kunden Tests von Bodenbelägen mit unseren Verlegeunterlagen durch. Unsere Zusammenarbeit hört nicht beim Produkt an sich auf, sondern erstreckt sich auf die gemeinsame Musterentwicklung“, ergänzt Seitner.
Und so richtig verwundern kann es nicht, dass in Leutkirch im Allgäu nach zwei Produktionsanlagen bereits die dritte Polystyrolschaum-Extrusionsanlage als Investition angedacht ist, die die jährliche Produktionskapazität von aktuell 45 auf rund 65 Mio. m
2 Verlegeunterlagen steigern würde. Bis dahin geht es für Marco Seitner darum, XPFoam als Verlegeunterlagenanbieter zu etablieren, stetig zu wachsen, Prozesse zu optimieren und grundsätzlich besonders effizient zu sein.
XPFoam im Überblick
XPFoam GmbH
Alte Bahnlinie 19
88299 Leutkirch im Allgäu
Tel.: 0 75 67 / 46 29 80
info@xpfoam.com
www.xpfoam.com
Gründung: April 2025
Mitarbeiter: ca. 35
Geschäftsführung: Marco Seitner & Michael Mayer
Technischer Direktor: Tilo Hildebrand
Werksleitung: Ralf Sens
Verkaufsleiter: David Campana
Produktionslinien: zwei Extrusionsanlagen (dritte in Vorbereitung)
Produktionskapazität: > 45 Mio. m
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Marke: XP:CellPad
Produkte: XPS-Großrollen für die industrielle Boden-Direktkaschierung, XPS-Unterlagen als Zubehör für schwimmend verlegte Bodenbeläge
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